Lagerung · Handhabung
Lagerung von Gummiprodukten
Fragen zur Lagerung?
Wir beraten Sie zur fachgerechten Lagerung und Haltbarkeit Ihrer Dichtungen.
Kontakt aufnehmenTemperatur
Die Lagertemperatur sollte +25 °C nicht übersteigen. Niedrige Temperaturen (auch unter 0 °C) sind auf Dauer nicht schädlich. Werden Gummiartikel jedoch bei Minus-Temperaturen aus dem Lager genommen, sollten sie vor der Verwendung auf ca. +20 °C erwärmt werden.
Sauerstoff & Ozon
Vulkanisierte Gummiprodukte sollten vor Umluft geschützt werden, z. B. durch Einlagerung in luftdichten Folien — besonders bei großer Oberfläche und großem Volumen. Da Ozon Gummi angreift, sollten Lagerräume keine elektrischen Einrichtungen enthalten, die Funken oder Entladungen erzeugen (Hochspannungsgeräte, Transformatoren, Elektromotoren).
Licht
Gummierzeugnisse sollten vor direkter Sonneneinstrahlung und starkem Kunstlicht mit hohem UV-Anteil geschützt gelagert werden. Sind die Artikel nicht in undurchsichtigen Behältnissen oder speziellen Folien verpackt, sollten die Fenster des Lagerraumes mit einer UV-Schutzbeschichtung versehen werden.
Verformung
Gummiprodukte sollten frei von Druck, Auslängung oder anderen Deformationen gelagert werden. Unvermeidliche Verformung ist auf ein Minimum zu reduzieren, indem man die Artikel flach lagert und Aufhängen oder Eindrücken vermeidet. Am sichersten werden Gummiprodukte in der Originalverpackung gelagert.
Kontakt mit Medien & Metallen
Gummi-Artikel sollten während der Lagerung weder mit flüssigen noch halbflüssigen Medien in Kontakt kommen — insbesondere Lösungsmittel, Öle oder Fette (es sei denn, sie wurden vom Hersteller so verpackt).
Metalle wie Mangan, Stahl und Kupfer (sowie Kupferverbindungen) üben bei direktem Kontakt einen zerstörenden Einfluss aus. Zum Schutz eine Zwischenlage aus Papier, Pappe oder Polyäthylenfolie einbringen.
Kontakt mit nicht-Metallen: Berührung mit anderen Gummisorten oder PVC sollte vermieden werden.
Lagerumschlag
Gummiprodukte möglichst kurzfristig lagern und nach dem Prinzip „First in – First out" verfahren: zuerst eingelagerte Erzeugnisse sollten auch zuerst aufgebraucht werden.
Reinigung
Ist eine Reinigung notwendig, erfolgt sie am besten mit Seife und warmem Wasser oder mit Methylalkohol.
Organische Lösungsmittel wie Trichloräthylen, Tetrachlorkohlenstoff oder Petroleum sollten nicht verwendet werden. Alle Teile müssen vor dem Gebrauch bei Raumtemperatur getrocknet werden.
Lagerzeit
Das eingesetzte Polymer bestimmt die zu erwartende Lebensdauer. Die Lagerzeit im Regal (bei optimalen Bedingungen) kann der Tabelle entnommen werden. Vor der Verwendung bzw. nach der Erstlagerzeit sollte eine sorgfältige Kontrolle erfolgen:
Sind mechanische Zerstörungen erkennbar?
Sind permanente Veränderungen / Verformungen sichtbar?
Auf Haarrisse oder Oberflächenveränderungen untersuchen.
Auf Erweichung oder Oberflächenverhärtung untersuchen.
| Basispolymer | Erstlagerzeit | Zweite Lagerperiode (nach Kontrolle) |
|---|---|---|
| Fluorelastomere / GFPM Fluorsilikone Chlorsulfoniertes PE |
10 Jahre | 4 Jahre |
| Neoprene (CR) Ethylen-Propylen-Dien (EPDM) Nitril/PVC-Mischung |
5 Jahre | 2 Jahre |
| Natur-Gummi Nitril (NBR) Butyl Polyurethan (PU) Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) |
3 Jahre | 2 Jahre |
Einbauräume
Grundsätzlich wird nach zwei Arten von Einbauräumen unterschieden:
1. axial zugänglicher Einbauraum oder "offener" Einbauraum (siehe Abb. 1)
2. eingestochene Nut (siehe Abb. 2)
Beide Einbauarten werden sowohl kolben- als auch stangenseitig ausgeführt.
Moderne Ausführung des axial zugänglichen Einbauraumes:
In Zusammenarbeit mit unseren Kunden haben wir ein besonders vorteilhaftes Einbausystem für die Stangenabdichtung bzw. - führung entwickelt (Abb. 3).
Es ist so konzipiert, daß alle nötigen Bauteile zur Abdichtung und Führung der Stange in Schiebemontage eingebaut werden können. Diese seit Jahren bewährte Variante des offenen Einbauraumes bietet gegenüber der herkömmlichen Einbauweise mit geschlossenen Nuten folgende Vorteile:
- Einfache und kostengünstige Herstellung des Stangenkopfes
- Optimale Kontrolle der Oberflächen an der statischen Dichtstelle sowie auf Maßhaltigkeit des Bauteils
- Sichere und schnelle Montage der Dicht- und Führungselemente weitgehend ohne Gefahr der Beschädigung der Dichtkanten
- Automaten-Montage möglich
- Variable Gestaltung der Führungslängen und derenAusführung
- Servicefreundlich,da einzelne Komponenten des Dichtsystems bei Reparaturen einfacher und schneller gewechselt werden können
- Optimaler Schutz gegen Spaltextrusion der Stangendichtung durch zusätzlichen Stützring
Allgemeine Hinweise für den Einbau:
Um Montagefolgeschäden zu vermeiden undumdie Standzeiten der Dichtungen günstig zu beeinflussen, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:
Um Beschädigungen der Dichtungen beim Einbau zu vermeiden, sind scharfe Kanten und Grate sowie eventuell vorhandene Verschmutzungen sorgfältig zu beseitigen. Ausreichende Einführschrägen erleichtern den Einbau und vermindern gleichzeitig die Beschädigungsgefahr. Die erforderliche Länge der Einführschräge kann nach folgender Formel überschlägig ermittel werden:
L=D-d/4
L: Länge der Einführschräge D: äußerer Nenndurchmesser d: innerer Nenndurchmesser
- Beim Einbau über Gewinde sollte zwischen die Dichtung und dem Gewinde ein geeigneter Schutz eingesetzt werden.
- Bei Vormontage einzelner Bauteile ist darauf zu achten, daß die vormontierten Dichtungen keiner einseitigen Belastung und damit Verformung ausgesetzt sind.
- Mäßige Erwärmung (bis ca. 60° C) der Dichtungen in Hydrauliköl, sowie das Aufbringen von Mineralfetten oder -ölen auf Dichtungen und Metallteilen erleichtert die Montage.