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Lagerung von Gummiprodukten

(siehe auch DIN 7716)

Abhängig vom Einfluß von Sauerstoff, Ozon, Licht, Wärme und/oder Feuchtigkeit tendieren die meisten vulkanisierten Gummiprodukte dazu, ihre physikalischen Eigenschaften während der Einlagerung zu verändern. Durch unsachgemäße Lagerung können Beschädigungen an den Gummierzeugnissen auftreten wie z.B. Verhärtung, Erweichung, Rißbildungen oder andere Veränderungen, die einen Einsatz der Produkte unmöglich machen. Durch sorgfältiges Einhalten der nachfolgenden Empfehlungen können die oben beschriebenen Beschädigungen weitgehend vermieden werden. 

Temperatur

Die Temperatur im Lagerraum sollte +25°C nicht übersteigen. Niedrige Lagertemperaturen (auch unter 0°C) sind auf Dauer nicht schädlich für Gummierzeugnisse. Wenn Gummiartikel jedoch bei Minus-Temperaturen vom Lager genommen werden,sollten sie vor derVerwendung oder Kontrolle auf ca.+20°C erwärmt werden.

Sauerstoff - Ozon

Wenn möglich, sollten vulkanisierte Gummiprodukte vor Umluft durch geeignete Verpackungen geschützt werden z.B. durch Einlagerung in luftdichten Folien oder ähnlichem. Dieses ist besonders angezeigt bei Gummi-Artikeln mit großer Oberfläche und großem Volumen. Da Ozon Gummi besonders angreift, sollten die Lagerräume keine elektrischen Einrichtungen enthalten, die Funken oder Entladungen erzeugen können,wie z.B.Hochspannungsgeräte,Transformatoren oder Elektromotore.

Umgebungsluft

Die optimale Luftfeuchtigkeit sollte etwa bei 65%liegen. Die Umgebungsluft sollte möglichst staubfrei sein.

Licht

Verformung Kontakt mit flüssigen und halbflüssigen Medien Kontakt mit Metallen Kontakt mit Nichtmetallen Lagerumschlag Reinigung Lagerzeit Gummierzeugnisse sollten vor direkter Sonneneinstrahlung und starkem Kunstlicht mit hohem UV-Anteil geschützt gelagert werden. Soweit Gummi-Artikel nicht in undurchsichtigen Behältnissen oder speziellen Folien verpackt sind, ist es erforderlich, die Fenster des Lagerraumes mit einer UV-Schutzbeschichtung zu versehen.

Verformung

Wenn möglich, sollten Gummiprodukte frei von Druck, Auslängung oder anderen Deformationen gelagert werden. Unerläßliche Verformung sollte auf ein Minimum reduziert werden, in dem man dieArtikel flach lagert und einAufhängen oder Eindrücken vermeidet,da eine derartige Deformation zur Zerstörung und/oder dauerhaften Formveränderungen führen kann. Am sichersten werden Gummiprodukte in der Originalverpackung gelagert.

Kontakt mit flüssigen und halbflüssigen Medien

Gummi-Artikel sollten während der Lagerung weder mit flüssigen noch mit halbflüssigen Medien in Kontakt kommen. Dies gilt insbesondere für Lösungsmittel, Öle oder Fette,es sei denn, sie wurden vom Hersteller so verpackt.

Kontakt mit Metallen

Metalle wie Mangan, Stahl und Kupfer sowie Kupferverbindungen können, wenn sie mit den Gummi-Produkten in direkten Kontakt kommen, einen zerstörenden Einfluß auf diese ausüben. Zum Schutz kann eine einfache Zwischenlage aus Papier, Pappe, Polyäthylenfolie oder ähnlichem eingebracht werden.

Kontakt mit nicht Metallen

Kontakt mit anderen Gummisorten oder PVC sollte vermieden werden.

Lagerumschlag

Gummiprodukte sollten möglichst kurzfristig gelagert werden. Es sollte das Prinzip "First in - First out" angewendet werden, d.h. die Gummierzeugnisse, die zuerst eingelagert wurden,sollten auch zuerst aufgebraucht werden.

Reinigung

Sollte eine Reinigung der Gummierzeugnisse notwendig sein, erfolgt diese am besten mit Seife und warmem Wasser oder mit Methylalkohol.

Organische Lösungsmittel wie Trichloräthylen, Tetrachlorkohlenstoff oder Petroleum sollten zur Reinigung nicht verwendet werden. Alle Teile müssen vor dem Gebrauch bei Raumtemperatur getrocknet werden.

Lagerzeit

Das eingesetzte Polymer der Gummimischung bestimmt die zu erwartende Lebensdauer der Gummiprodukte. Die Lagerzeit im Regal (bei optimalen Umgebungsbedingungen) kann aus der unten angefügten Tabelle entnommen werden. Vor der Verwendung, bzw. nach der Erstlagerzeit, sollte eine sorgfältige Kontrolle nach den folgenden Kriterien erfolgen:

1.) sind mechanische Zerstörungen erkennbar

2.) sind permanenteVeränderungen/Verformungen sichtbar

3.) auf Haarrisse oder Oberflächenveränderungen untersuchen

4.) auf Erweichung oder Oberflächenverhärtung untersuchen


Basispolymer
Erstlagerzeit
Zweite Lagerperiode (nach Kontrolle)
Fluorelastomere /GFPM
Fluorsilikone
Chlorsulfoniertes PE
10 Jahre
4 Jahre
Neoprene (CR)
Ethylen-Propylen-Dien (EPDM)
Nitril/PVC-Mischung
5 Jahre
2 Jahre
Natur-Gummi
Nitril (NBR)
Butyl
Polyurethan (PU)
Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR)
3 Jahre
2 Jahre